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Erinnerungen verändern

Quelle:www.3sat.de

Erinnerungen verändern – Traumatisierende Ereignisse erneut durchleben

Der Münchner Mediziner Dr. Martin Sack behandelt Traumapatienten mit einer Therapie auf Basis schneller Augenbewegungen.

„Die Herzfrequenz fällt ab, der Organismus öffnet sich für die Veränderung und die Entspannung überwiegt über den alten traumatischen Stress“, schildert Sack.

„Man weiß aus Tierversuchen, aber auch aus Versuchen an Menschen, dass Erinnerungen veränderbar sind.
Sie müssen dazu gezielt aktiviert werden. Das bringt die Erinnerung in einen offenen Zustand, in der sie korrigiert und der Belastungsgehalt reduziert werden kann.“

Der Patient durchlebt bei der Behandlung („Eye Movement Desensitization and Reprocessing“, EMDR)
die traumatischen Ereignisse erneut mit ihren Emotionen und Gedanken, die er dabei empfand.
Zugleich folgt er mit den Augen der sich hin und her bewegenden Hand des Therapeuten.
Diese Augenbewegungen beschleunigen den Verarbeitungsprozess im Gehirn, wie die Mediziner berichten.
Allmählich verblassten die Bilder, sie verlören ihre Macht über die Psyche, und positivere Gedanken stellten sich ein.

Geschehen wie im Traum oder Entspannung wirken

„Möglicherweise spielen sich bei EMDR ähnliche psychische Prozesse ab wie beim Träumen, das auch von schnellen Augenbewegungen begleitet wird“, vermutet Sack. Andere Hypothesen gehen davon aus, dass der Blick auf die bewegte Hand Orientierungsreaktionen auslöst oder dass das Konzentrieren auf zwei Dinge zugleich gezielt ablenkt. „Wir wissen, dass durch die Augenbewegungen eine körperliche Entspannung eingeleitet wird“, berichtet Sack. „Das macht sich beispielsweise dadurch bemerkbar, dass die Aktivität des Parasympathikus steigt und die Herzfrequenz sinkt.“

  • „Bei Patienten mit einer leichteren posttraumatischen Belastungsstörung reichen oft schon eine oder zwei Therapiesitzungen.“ Menschen, die über längere Zeit traumatisiert worden seien – etwa durch sexuellen Missbrauch in der Kindheit -, brauchten unter Umständen mehr als 20 Sitzungen.
  • Erlebnisse, die mit starkem Stress verbunden sind, werden in tieferen Hirnregionen als gefühlsbeladene Bilder gespeichert. Bei Traumapatienten bleiben sie dort eingesperrt und können nicht in der Großhirnrinde rational verarbeitet werden, wo Sprache und Bewusstsein ihren Sitz haben.
  • Schätzungsweise vier Prozent der Deutschen leiden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Die schrecklichen Erinnerungen führen zu Albträumen, dauernder Unruhe, Zittern und Schweißausbrüchen.
  • „Das Besondere an traumatischen Erinnerungen ist, dass sie sich wieder aufdrängen“, weiß Sack. Sie werden durch Auslösereize hervorgerufen. Diese Trigger „sind Sinnesreize, die irgendwie an das traumatische Geschehen erinnern. Das können Gerüche, ein Bild oder ein Gefühl von Ohnmacht sein.“

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